Alarmierungssystem
Im Regelfall erfolgt die Alarmierung der Feuerwehr „still“ über Pager und Mobiltelefon. Diese Form der Verständigung hat sich im Alltag bestens bewährt und ermöglicht es, die Einsatzkräfte gezielt und ohne zusätzliche Lärmbelastung für die Bevölkerung zu alarmieren. Die Sirene kommt nicht standardmäßig zum Einsatz, sondern stellt eine ergänzende Maßnahme dar, wenn aufgrund der gemeldeten Lage – etwa ab Alarmstufe 2 – eine rasche und möglichst breite Alarmierung erforderlich ist.
Seit diesem Jahr wird in Stockerau die Feuerwehr ab Alarmstufe 2 zusätzlich zur stillen Alarmierung (Pager/Handy) auch mittels Sirene alarmiert. Diese Maßnahme dient der raschen und effektiven Hilfeleistung – und damit der Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger.
Warum ist die Sirenenalarmierung notwendig?
Die Alarmstufe eines Einsatzes richtet sich zunächst nach den Informationen, die der alarmierende Disponent von der Anruferin oder dem Anrufer erhält. In der Notrufzentrale werden die geschilderten Umstände – etwa Brandgeruch, sichtbare Flammen, eingeschlossene Personen oder Rauchentwicklung – bewertet und entsprechend einer Alarmstufe zugeordnet.
Ab Alarmstufe 2 ist davon auszugehen, dass es sich um ein Ereignis mit potenziell größerem Gefahrenpotenzial handelt. Das können beispielsweise Wohnungs- oder Gebäudebrände, Verkehrsunfälle mit mehreren Fahrzeugen oder unklare Rauchentwicklungen sein.
Gerade in solchen Situationen zählt jede Minute. Durch die zusätzliche Sirenenalarmierung wird sichergestellt, dass:
- möglichst viele Einsatzkräfte rasch erreicht werden,
- auch Feuerwehrmitglieder ohne unmittelbaren Blick aufs Handy oder ohne Pager-Signal alarmiert werden,
- die erforderliche Mannschaftsstärke in kürzester Zeit zur Verfügung steht.
Die Sirene ist somit ein bewährtes und verlässliches Mittel, um die Einsatzbereitschaft bei kritischen Lagen sicherzustellen.
Alarmstufe ist eine erste Einschätzung
Wichtig ist zu verstehen:
Die Alarmstufe basiert zunächst ausschließlich auf den Informationen aus dem Notrufgespräch. Die Disponentinnen und Disponenten müssen innerhalb kürzester Zeit entscheiden, welche Kräfte erforderlich sind – oft mit begrenzten oder unklaren Angaben.
Erst nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte erfolgt eine sogenannte Lageerkundung. Dabei verschafft sich der Einsatzleiter ein genaues Bild der Situation vor Ort. Auf Basis dieser Erkundung kann die Alarmstufe angepasst werden:
- Herabstufung, wenn sich die Lage als weniger dramatisch herausstellt.
- Erhöhung, wenn zusätzliche Kräfte oder Spezialfahrzeuge benötigt werden.
Dass eine Sirene ertönt, bedeutet daher nicht automatisch, dass es sich um eine Katastrophe handelt – sondern dass nach der Erstmeldung ein erhöhtes Gefahrenpotenzial nicht ausgeschlossen werden kann.
Bitte um Rücksichtnahme
Uns ist bewusst, dass eine Sirenenalarmierung – besonders in den Abend- oder Nachtstunden – als laut und störend empfunden werden kann. Dennoch bitten wir die Bevölkerung um Verständnis und Rücksichtnahme.
Die Sirene dient ausschließlich dem Zweck, im Ernstfall schnellstmöglich Hilfe leisten zu können. Hinter jedem Alarm kann sich eine Situation verbergen, in der Menschenleben, Gesundheit oder bedeutende Sachwerte in Gefahr sind.
Wir ersuchen daher:
- Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Folgetonhorn unverzüglich Platz zu machen.
- Ruhe zu bewahren und keine Einsatzstellen unnötig aufzusuchen.
Verständnis dafür zu zeigen, dass Feuerwehrmitglieder im Alarmfall rasch zum Feuerwehrhaus eilen müssen.
Sicherheit durch gemeinsames Verständnis
Die zusätzliche Sirenenalarmierung ab Alarmstufe 2 ist ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit in Stockerau weiter zu erhöhen. Sie stellt sicher, dass im entscheidenden Moment genügend Kräfte rasch verfügbar sind – für Ihre Sicherheit.
Die Freiwillige Feuerwehr steht rund um die Uhr ehrenamtlich im Dienst der Bevölkerung. Ihre Unterstützung, Ihr Verständnis und Ihre Rücksicht tragen wesentlich dazu bei, dass Hilfe schnell und effizient geleistet werden kann.
Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Kooperation.